Zum Kennenlernen: Ein Interview mit Tim Sebbage



Auf unserer JHV haben wir mit echtem Überraschungseffekt einen neuen 1. Vorsitzenden einstimmig gewählt. Alle von uns, die vor 2 Jahren in Decatur & New England waren, kennen ihn schon. Die anderen Mitglieder kaum. Deshalb dieses Interview mit Tim Sebbage:







Tim Du bist geborener Brite, deshalb sagen wir ‚Du‘ und nicht ‚Sie‘. Was hat Dich nach Hamburg / Seevetal verschlagen?

Wenn du dein Land wechselst kann es nur Liebe oder Geld sein. Bei mir war es Liebe zum Geld – ein besserer Job und neue Herausforderungen. Das war vor 45 Jahren. Vor 5 Jahren erwarb ich die deutsche Staatsangehörigkeit – Brexit ließ grüßen.

Tim, Du hast eine langfristige Beziehung zu den USA. Was führte dazu?

Es fing mit etwa 10 Jahren an: in den späten Fünfzigern mit Rock’n’Roll, Bildern von amerikanischen Autos und geographischen Zeitschriften. Danach kam ein starkes Interesse an der Weltpolitik - Berliner Mauer, JFK, usw. Als 26-jähriger war mein Chef ein Deutsch-Amerikaner, und das 7 Jahre lang. Vor ziemlich genau 30 Jahren ging meine gerade verheiratete ältere Tochter nach Chicagoland. Was tust du als Elternteil? Entweder verlierst du langsam den Kontakt, oder du gehst mit – wenigstens einmal im Jahr. Heute habe ich nach wie vor super Kontakt zu Claire und ihren drei erwachsenen Söhnen – die ersten zwei sind junge Offiziere bei der US Navy – der dritte studiert noch.

Wie wurdest Du aufmerksam auf die Städtepartnerschaft?

Ich zog Ende der Neunziger nach Helmstorf in Seevetal. Fast sofort sah ich das Decatur-Schild in Hittfeld. Ich wusste auch schon wo Decatur lag. Meine Aktivitäten für die Deutsch-Amerikanische Handelskammer in Chicago liefen bis etwa 2018. Ich war sowieso unterwegs im Mittleren Westen, hatte aber bis dahin noch keinen Kontakt zum Verein. Im Januar 2019 las ich mit echtem Interesse einen Artikel im Hamburger Abendblatt über die bevorstehende Reise nach Decatur. Meine Frau konnte ich dafür leicht gewinnen – beim Schützenverein ist ihr Spitzname immerhin ‚Die Weltenbummlerin‘.

Was hat Dich auf unserer Reise wirklich begeistert?

Ich bin durch und durch Europäer aber mit einer starken Verbindung nach Illinois. Wenn ich nach Chicago fliege, fliege ich nach Haus. Nicht nur Downtown, sondern 75 km westlich von dort, wo Claire schon so lange wohnt am Rande von Chicagoland und den Prairies. Ich war oft genug bei den Schwiegereltern und Geschwistern in Peoria – 90 Minuten nördlich von Decatur, oder bei der Mutter meines zweiten Schwiegersohns 45 Minuten östlich in Champaign-Urbana. Illinois Hauptstadt Springfield, 40 Minuten westlich, kenne ich auch seit vielen Jahren. Ich weiß wie die Menschen dort ticken und fühle mich sauwohl. So kam es auch mit unseren Gastgebern Myra & Jim Hinze. Aber das ist auch nicht anders für mich unter Seevetalern – 25 mit auf der Reise, 20 davon zwei Wochen lang. Da lernt man sich gut kennen. So viele Freundschaften in alle Richtungen – das ist die echte Bedeutung von Städtepartnerschaften. Es ist echt schade, dass so viele andere Mitglieder, die die Reise früher öfter mitgemacht hatten, diesmal nicht dabei waren. Ich würde mich freuen, wenn noch mehr Seevetalerinnen und Seevetaler, insbesondere jüngere, Interesse an unserer Städtepartnerschaft zeigen würden (seevetal-decatur.de).

Wat nu Tim Sebbage? Der tragische Tod von Ingrid Ahlers-Karlsson Ende April hat uns alle fassungslos getroffen. Ich werde im Team ihre Ideen fortsetzen und weiterentwickeln. Nur ihren Pink-Hut muss ich nicht tragen. Danke Tim!










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